atusa jafari,

ölfarben-künstlerin

Sie gilt als eine der Berliner Nachwuchs-Künstlerinnen und sorgt aktuell für ziemlich viel Aufmerksamkeit: die 20-jährige Ölfarben-Künstlerin Atusa Jafari. Ihre vagen Akt-Kunstwerke zelebrieren die Weiblichkeit in all ihren Facetten. Was inspiriert Jafari? Und wie nutzt sie ihre Intuition, um die Kunstszene umzukrempeln?

Missoma: Was glaubst Du, warum ist Kreativität so wichtig?

Atusa Jafari: Es passiert so viel in unserer Welt. Man kann sich schnell darin verlieren. Wann immer ich zu malen beginne habe ich das Gefühl, dem entfliehen zu können. Um in mich zu gehen und mich selbst zu finden. Wenn ich anfange zu malen, sehe ich wer ich wirklich bin.

M: Was inspiriert Dich und Deine Arbeit?

AJ: Meine Inspirationsquellen ändern sich ständig. Aktuell ist es die kleine Tochter eines Künstlers, auf die ich aufpasse. Sie ist 10 Jahre alt und wir sind 24/7 zusammen. Die Art und Weise, wie sie die Dinge sieht und wie sie sich ausdrückt ist so unverblümt - sie muss garnicht viel sagen, um zu erklären, was sie will oder wie sie sich fühlt.

mehr...

Ich finde, Frauen sind die schönsten Geschöpfe der Welt. Sie sind willensstark und haben eine ausgeprägte Intuition - und werden dennoch oft unterschätzt. Auch ich fühle mich manchmal von der Industrie unterschätzt.

Dabei ist diese weibliche Intuition etwas, von dem sowohl Frauen als auch Männer wirklich profitieren und lernen können. Intuition ist das Einzige, worauf ich wirklich vertraue. Ich frage mich oft, was ist richtig? Fühlt es sich richtig an, das zu tun? Seiner Intuition zu folgen bedeutet für mich, mit sich selbst und dem was ich möchte, im Reinen zu sein. Genau deswegen ist es mir so wichtig.

M: Du sagst, weibliche Eigenschaften inspirieren Dich. Wie bringst Du diese auf Leinwänden und Bildern zum Ausdruck?

AJ: Mein Prozess ist fließend. Früher habe ich die Figuren immer ineinander verschmelzen lassen. Heute lasse ich mich eher von Tieren und deren Intuition inspirieren. Es ist so archaisch - sie hören auf sich selbst, auf ihre Körper. Sie spüren die Luft und Natur.

mehr...

Ich glaube, Intuition ist etwas, das wir in gewisser Weise irgendwo verloren haben, weil wir Smartphones und Apps haben, die uns alles sagen. Zum Beispiel, wie wird das Wetter usw. Es gibt meiner Meinung nach viele Dinge, die wir von Tieren wieder erlernen können, wie z.B. unsere Gefühle und unsere Verbundenheit zur Natur.

M. Arbeitest Du mit anderen Künstler*innen oder Bereichen zusammen?

AJ: Die Vielfalt von Körpern, menschlichen Körpern, das ist es, was mich inspiriert. Ich beobachte und lerne ständig, wie Muskeln und Körperteile funktionieren. Vor Corona war ich viel Schwimmen und habe auch dort Menschen skizziert, um mehr über den menschlichen Körper zu lernen. Ich habe nicht den einen perfekten Körper in meinen Arbeiten. Das interessiert mich überhaupt nicht, sondern vielmehr zählt was echt ist.

M: Welche Musik hörst Du beim Arbeiten?

AJ: Ich habe einen befreundeten Künstler, der -so wie ich auch- Platten sammelt. In seinem Studio hat er viele Platten mit wunderschönen Covern. Diese Cover sind mit eines der inspirierendsten Dinge, die ich je gesehen habe. Die meisten sind aus den 80er Jahren. Man sieht deutlich, wie die Leute sie heutzutage kopieren. Mein aktuelles Lieblingscover ist das “If 6 was 9” von Jimi Hendrix.

mehr...

Es ist perfekt. Er wirkt so lebendig. Jimi Hendrix ist eine meiner größten Inspirationsquellen. Man muss seine Texte mal wirklich genau lesen, um zu erkennen, wie sehr er mit sich selbst verbunden ist. “If all the hippies cut off all their hair. I don't care, I don't care. Dig, cause I got my own world to live through, And uh, and I ain't going to copy you.” Ich liebe es!

M: Warum ist Dir die Überwindung der Unterrepräsentierung von Frauen in der Kunstszene so wichtig?

AJ: Wir können nur etwas verändern, wenn wir selbst etwas dagegen unternehmen. Jeden Tag male ich, plane und organisiere Ausstellungen. Das ist meine Art und Weise etwas zu tun. Alle reden immer nur darüber, dass gerade mal 2% der Künstler weiblich sind. Ich kann’s nicht mehr hören. Wir müssen selbst daran arbeiten, um etwas zu verändern.

M: Als zugezogene Berlinerin - beeinflussen die Stadt und die hier lebenden Menschen Deine Arbeit?

AJ: Die unglaubliche Energie hier hat mir die Kraft und die Zustimmung gegeben, das zu tun was ich tue. Man braucht für seine Arbeit Selbstbewusstsein. Manchmal hast Du sie, manchmal nicht. Aber ich komme Step By Step dorthin.

M: Du wurdest vor kurzem als eine DER Berliner Nachwuchskünstlerinnen bezeichnet. Wie geht’s für Dich weiter?

AJ: Ich persönlich finde es wichtig, immer weiterzumachen, zu lernen und immer offen zu sein, neue Dinge auszuprobieren. “Don’t be scared of the new”.

M: Was würdest Du jemandem empfehlen, der/die seine/ihre kreative Ader erkunden möchte aber nicht genau weiß, wie man beginnen sollte?

AJ: Es kann sich manchmal ziemlich überwältigend anfühlen, wenn man nicht weiß, wo oder wie man anfangen soll. Ich würde sagen: Fang’ immer mit etwas Kleinem an. Zum Beispiel Skizzen. Und dann immer weiter darauf aufbauen.

atusa’s favoriten

Feminine Einzelteile, mit Ecken und Kanten.

Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out

more to love


meet melina wendlandt

our headline acts

let them create